Die Facebook affinen unter Ihnen werden es vielleicht mitbekommen haben: Auf der f8 Facebook-Entwickler-Konferenz vor einigen Tagen enthüllte CEO Mark Zuckerberg die Timeline.
Anfang Oktober (aktuell steht noch eine Einigung zwischen Facebook und Timelines.com aus, die am 4.10. verhandelt wird) wird sich damit die Darstellung von Facebook-Profilen grundlegend ändern. Das Profil wird nicht einfach nur als fortlaufende Sammlung chronologisch geordneter – und mehr oder weniger sinnvoller Statusmeldungen sein - der Zeitstrahl wird auch nachträglich zu Befüllen sein. Die Bilder vom Abi-Ball vor 20 Jahren nachpflegen? Kein Problem. Das erste Auto oder die peinlichen Kinderfotos können alle nachträglich eingepflegt werden.
Mit dieser Maßnahme macht Facebook einen weiteren emotionalen Schritt auf den Nutzer zu. Wo Twitter mit seinen 140 Zeichen stark beschränkt ist und Google sich sehr auf die reine inhaltliche Information fokussiert, positioniert sich Facebook als das Social Medium, das nah am Leben der Menschen dran ist. Und nun nicht nur in Echtzeit, sondern auch in die Vergangenheit blickend.
Datenschützer werden den einen oder anderen berechtigten und unberechtigten Einwand haben, letztendlich wird aber die fortschreitende Veröffentlichung von Lebens-Strom-Inhalten weiter gehen und immer besser sichtbar gemacht.
Viel interessanter als die Timeline ist für unseren Kontext hier aber etwas ganz anderes, auf das mich dieser Artikel von Robert Basic brachte: Facebook: Größte Semantikmaschine der Welt
Die Facebook Verben.
In Zukunft können wir Dinge nicht nur auf „Gefällt mir“ klicken – also Einträge „liken“ .. Facebook stellt und diverse weitere Verben zur Interaktion mit Inhalten zur Verfügung:
Schauen, spielen, kochen, joggen, hören, lesen, besuchen, essen, bewerten, fotografieren, diskutieren, machen, sammeln, suchen, lernen, planen und das altbekannte Gefallen stehen dann zur Auswahl um Inhalten in einen bisher nicht dagewesenen maschinenlesbaren Kontext zu bringen.
Dieses Werbevideo von Facebook zeigt, wie die Verben in Verbindungen von Apps zum Einsatz kommen – jemand joggt eine bestimmte Strecke auf seiner Nike+ App, bereitet ein Essen mit Rezepten aus einer Koch-App zu und ein anderer bewertet ein Produkt in einer Online-Shop App.
Basic zieht daraus den folgenden Schluss:
„Facebook macht soziale Handlungen digital sichtbar, in einer weitaus größeren Dimension als es alle anderen Onlineanbieter bisher überhaupt je gewagt haben. Es verschafft sich über die Verben eine Möglichkeit, den User als Individuum und Mensch besser zu verstehen.“
Für jeden, der mit Customer Relationship Management arbeitet doch ein Traum oder? Genau messen und monitoren zu können, wann der Kunde welches Produkt auf welche Weise benutzt. Mit wem und was darüber gesprochen wird.
Und noch viel interessanter – der Kunde gibt an, was er plant zu tun.
„Plane, ein Auto der Marke XYZ zu kaufen. Worauf soll ich achten?“
Oder „Schaue mir gerade einige Immobilienangebote an, hat jemand Tips für gute Finanzierungsangebote?“
Zugegeben, bis sich die Nutzung solcher Funktionen derart verselbstständigt hat, wird es garantiert noch einige Monate dauern.
Erlauben Sie mir trotzdem die Frage:
Könnten Sie sich vorstellen, solche Informationen auch in Ihrem Unternehmen einzusetzen?






