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CRM Branchenlösung oder individualisierte Standard-Software?

Diese interessante Frage stellten sich Michael Noack von der sellmore AG und Richard Boardman von der britischen Mareeba CRM Consulting.

Sellmore hat lange versucht, ein Branchenpaket anzubieten, um zu erkennen, dass selbst innerhalb der einzelnen Branchen die Vertriebsprozesse so heterogen sind, dass das Anpassen einer Standard-Software wie Sage CRM deutlich besser zu realisieren ist, als eine einheitliche Branchenlösung zu schaffen.

Richard Boardman geht noch etwas tiefer ins Detail und fragt zunächst “Erfüllt die Branchenlösung tatsächlich alle Anforderungen?” Sind Branchenlösungen oft auf konkrete Industrieanforderungen abgestimmt, lassen sie im Gegenzug oft allgemeine Funktionalitäten vermissen. Hier sollten Sie sich zunächst sehr klar darüber sein, welche Anforderungen definitiv benötigt werden und welche nicht.

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die danach zu treffen ist:
Wie viel Zeit wird eine individuelle Anpassung einer Standard-Software wie SageCRM in Anspruch nehmen? Um diese Frage zu beantworten, ist eine frühzeitige Zusammenarbeit mit einem Implementierungspartner von Vorteil, um möglichst schnell abschätzen zu können.

Als einen Vorteil von Anbietern der Speziallösungen nennt Boardman die Expertise in der entsprechenden Branche. Wobei hier darauf hingewiesen sein soll, dass derlei CRM Best Practices und Erfahrungen auch bei Integratoren von Standard-Software finden lassen.

Letztendlich stellt Broadman die Frage “Sind Sie und Ihr Unternehmen bereit für ein Entwicklungsprojekt?”
Ob nun die Anpassung von Standardsoftware an Ihre speziellen Geschäftsprozesse durch geführt, oder die Erweiterung von Branchenlösungen um Ihre allgemeinen Abläufe durchgeführt werden soll. Beides sind auf Ihre Art anspruchsvolle Projekte.

Als wesentliche Vorteile der Standardsoftware sind hier die ständige Weiterentwicklung der Software die breite Erfahrung, und hohe Verfügbarkeit von Implementierungspartnern zu nennen.

Hinweis: Dieser Artikel bezieht sich auf die Beiträge Vertikale CRM Lösungen oder Anpassung von Mainstream Software? der Sellmore AG und Vertical CRM software or customise? auf The CRM Consultant.

Miss und Mister Handwerk wurden gewählt und Sage saß in der Jury

Letzte Woche schrieb ich bereits über das CRM-Best-Practice von Malermeister Heyster aus Hannover. Heute bin ich auf ein weiteres Event aus dem Handwerk gestoßen.

Die Wahl der Miss und Mister Handwerk 2012

Gut zwei Wochen ist es her, dass auf der Internationalen Handwerks Messe IHM in München Miss und Mister Handwerk 2012 gekürt wurden. Initiiert von handwerksblatt.de haben wir gemeinsam mit der Signal Iduna den Wettbewerb als Spezialist für Handwerkssoftware unterstützt. Unser Mitarbeiter Oliver Herzig (Leiter des Geschäftsbereichs Kleine Unternehmen und Handwerk bei Sage Software) saß sogar in der Jury.

Die Kollegen vom handwerksblatt.tv haben ein schickes Video über die Miss & Mister Handwerks-Wahl veröffentlicht, das Sie hier im Sage YouTube Kanal sehen können.

1,8 Millionen Votes für 200 Kandidaten sorgten für die Endauswahl der jeweils 6 Misses und 6 Misters, die sich der Jury stellten. In dem Video wird vor allem deutlich, mit wieviel Spaß die Teilnehmer bei der Sache gewesen sind. Gewonnen haben die 22-jährige Dachdeckerin Nina Franke aus Hattingen sowie der 36-jährige Bäcker Michael Arens aus Köln.

Von Customer Relationship zum autobauenden Kunden bei Local Motors

Auf der diesjährigen CeBIT hatte ich neben dem Besuch am Sage Stand, im Zuge des Automotive IT Kongress auch die Möglichkeit Jay Rogers, den CEO von Local Motors zu interviewen.

Local Motors hat CRM auf die Spitze getrieben. Die kleine Automobil-Manufaktur aus Phoenix, Arizona hat sich auf die Fahne geschrieben Open Source Autos zu bauen. Nicht nur die eigentlichen Kunden sondern eine ganze Community, die sich The Forge – die Schmiede nennt ist am Bau der Autos beteiligt.

Die Firma an sich entstand innerhalb von knapp 3 Jahren. Idee, Entwurf, Gestaltung und Bau des ersten Auto benötigten davon nur die letzten 18 Monate. Mittlerweile ist bereits Auto Nummer 26 in Produktion.

Der Rally Fighter.

Der Wagen, dessen Design an eine Mischung aus Strandbuggy, Rally Dakar Auto, Aston Martin und Batmobil erinnert, ist über das Web nach ähnlichen Mechaniken entstanden, wie sie bei Open Source Projekten wie z.B. Linux eingesetzt werden. Viele virtuelle Designer und Ingenieure auf der Welt haben zusammen gearbeitet, um das Auto auf die Räder zu stellen.

Zunächst wurden unterschiedliche Designs eingereicht. Das Design des Rally-Fighters, dass schlussendlich das Rennen gemacht hat, war zwar nicht Jay Rogers persönlicher Favorit, aber die Community unter der auch schon erste Kunden waren, hatte abgestimmt. Dieses Grund-Design, das vom Kalifornier Sangho Kim erstellt wurde, durchlief daraufhin noch einige Verfeinerungen durch die “Crowd Sourcing“-Prozesse. Nachdem das Design feststand, machten sich Hobby- und Profi-Ingenieure ans Werk und bauten in CAD Systemen erste virtuelle Prototypen, bis Jay Rogers und sein Team den ersten echten Wagen nach den gemeinsam mit dem Web entwickelten Vorlagen fertig gebaut hatte. Detaillierte Hintergründe dazu finden Sie in diesem Artikel des Manager Magazins.

Worum es mir viel mehr geht, ist die Zusammenarbeit mit den Kunden. Wer einen Rally-Fighter für immer hin 75.000$ kauft, kommt nicht irgendwann bei Local Motors vorbei, um bei einem Glas alkoholfreiem Sekt sein Auto samt Schlüssel überreicht zu bekommen.

Das Konzept von Local Motors sieht vor, den Kunden in den Bau des Autos mit einzubeziehen. Gute 2 Wochen verbringt ein Kunde in Phoenix und legt beim Zusammenschrauben des eigenen Autos mit Hand an.
Der Grund: Jedes Auto soll zunächst einen Grundstandard definieren und den soll jeder Kunde verstehen. Mehr noch: Begreifen und selber verändern können. Es gibt aktuell nur diese eine Fertigungsstätte. Damit gibt es auch nur diese eine Werkstatt. Der Kunde soll also noch bevor er das erste Mal den Schlüssel umdreht in die Lage versetzt werden, selbst Hand anlegen zu können, wenn an seinem Auto mal etwas kaputt geht.

“Jedes Auto ist ein Work in Progress” hat Jay mir erklärt. Es werden ständig Verbesserungen umgesetzt und implementiert, zum Beispiel durch verbesserte Kompenenten die auf den Markt kommen. Oder durch Kundenfeedback, die eigenmächtige Verbesserungen entwickeln und diese gemeinsam mit der Local Motors Community verfeinern. Jeder weitere Kunde hat darauf hin die Möglichkeit, diese Verbesserungen selbst umzusetzen. Feedback fließt also nicht nur in einen Innovationsprozess, sondern direkt in das Produkt ein.

Sicherlich kein Modell für den Massenmarkt. Doch zeigt es, wie Vertrauen in den Kunden zu setzen nicht nur funktioniert, sondern sich sogar auszahlen kann. Hier können Sie sich das gesamte Interview mit Jay Rogers ansehen und hier geht es zur Homepage von Local Motors.

Ein ebenfalls sehr ausführliiches Video-Interview mit Jay Rogers zu Local Motors findet sich in mehreren Teilen bei doubleyuu

Sogar ein erster Kunde aus Deutschland soll sich bereits angemeldet haben.

Wo könnten Sie sich in Ihrem Unternehmen vorstellen, den Kunden stärker in Entscheidungen einzubinden? Oder andersherum: Wo würden Sie als Kunde gerne stärker eingebunden sein?

Macht CRM für Startups Sinn?

Startups üben auf mich eine ganz besondere Faszination aus. Im Sommer 2011 hatte ich die Möglichkeit, zwei Wochen lang die Startup Welt zwischen San Francisco und dem Silicon Valley kennen zu lernen und eine Fülle interessanter Gespräche zu führen. Vom Startup, das noch mit 2 1/2 Leuten aus dem Cafè im hippen Stadtviertel in San Francisco geführt wird bis hin zu Abteilungen in Weltkonzernen wie Intel oder Mercedes-Benz, die bewusst wie Startups geführt werden, konnte ich wertvolle Einblicke in die Arbeitsweisen gewinnen.

Zwei wesentliche Merkmale von Startup-Unternehmen sind Anpassungsfähigkeit und schnelle Reaktionszeiten.

Wie kann CRM für ein Startup und Existenzgründer sinnvoll eingesetzt werden? Ein Startup ist ja in den seltensten Fällen sofort mit einer großen Kundengemeinde gesegnet, sondern baut sich den Kundenstamm mit der Entwicklung des Produktes auf. Zu Anfang reichen als CRM vermutlich noch eine Tabellenkalkulation, der E-Mail-Client und Zettel und Stift aus.

Kein wertvolles Potenzial verschenken!

Der Einsatz eines CRM macht beim ersten Aufbau des Kundenstamms natürlich ganz besonders Sinn. Die regelmäßige Nutzung des CRM wird so von Beginn an in den Geschäftsalltag integriert. Insbesondere für Startups ist die enge Kommunikation mit Kunden essentiell. Dabei werden nicht nur die direkten Geschäftsbeziehungen vertieft und ausgeweitet – meist fließt das Kunden-Feedback unmittelbar in die Weiterentwicklung von Produkten mit ein. Wenn das Unternehmen dann aus den Startup-Schuhen herauswächst ist die notwendige Lösung bereits integriert und organisch mit gewachsen.

Doch nicht nur die Beziehungen zu Kunden können durch CRM Mechaniken wesentlich verbessert werden: Auch die Beziehungen zu anderen Stakeholdern kann das aufstrebende Unternehmen im CRM dokumentieren:.

Beziehungen zu Investoren

Mit welchen Investoren wird wie häufig kommuniziert? Wie hoch sind die einzelnen Investments und die noch zu erwartenden? Wie stark ist der Einfluss der einzelnen Investoren im Vergleich zum Investment usw.
Diese und viele weitere Daten können die Unternehmensgründer in einem CRM System mit einigen Anpassungen erfassen und im Blick behalten. Es ist ja durchaus sinnvoll zu wissen, wo die nächste Finanzspritze für das eigene Unternehmen herkommen kann ;)

Beziehungen zu Multiplikatoren

Ob Presse, Blogger oder Netzwerker – Kontakte sind für Startups sehr wichtig. Die Pflege dieser Kontakte und des daraus resultierenden Outputs lässt sich ebenfalls in einem CRM System aufarbeiten. Mit welchen Redakteuren wurde besonders häufig gesprochen und welche Artikel mit welcher Reichweite sind daraus entstanden? Welche Business Angels haben besonders großen Einfluss genommen und was war das Ergebnis?

Ganz einfaches Praxisbeispiel: Ein regelmäßiger Newsletter an die unterschiedlichen Stakeholder kann dank Öffnungsquoten und Klickraten bereits wertvolle Daten darüber liefern, wer sich besonders für das Unternehmen interessiert und wo noch Überzeugungsarbeit geleistet werden muss.

Flexibilität

Startups entstehen häufig aus einer Produktidee der Gründer heraus. Es wird bsw. eine Alpha-Version einer App entwickelt, die die Entwickler selber gerade benötigen (youtube und Twitter sind auf diese Art z.B. entstanden). Nach einigen Entwicklungsstufen dürfen erste Beta-Kunden das Produkt benutzen. Hierbei stellt sich häufig heraus, dass das Produkt verändert werden muss, damit auf seiner Basis ein Geschäftsmodell aufgebaut werden kann.
CRM Daten können – wenn nachhaltig gepflegt – einen exzellenten Überblick über Kunden-Wünsche und Verhalten liefern. Diese Informationen können die Innovation eines Produktes deutlich beschleunigen.

Mobilität

Wie eingangs bereits erwähnt: Startups arbeiten häufig aus Cafès oder sog. Co-Working Spaces heraus. Co-Working Spaces sind Räumlichkeiten, die als Arbeitsumgebung für geringes Entgeld auf Tagesbasis zur Verfügung gestellt werden. Vorteile sind geringe Kosten, professionelle Infrastruktur und hohe Vernetzung mit anderen Gründern. Gerade in Ballungsgebieten für Startups wie San Francisco oder auch Berlin wechselt man gerne mal die Arbeitsumgebung, um neue Kontakte aufzubauen und frische Anregungen zu holen.
Hier kommt die Stärke von Online-CRM Lösungen zum Tragen, auf die jeder Anwender individuell und mobil zugreifen kann.

Wir sind doch noch viel zu klein

Selbst ein Ein-Personen-Unternehmen kann vom Einsatz eines CRM-Systems profitieren: Sei es um einen Sales-Funnel aufzubauen und bei jeder Gelegenheit zu befüllen um wertvolle Leads nicht zu verlieren oder um beim einsetzenden Wachsen des Unternehmens neue Mitarbeiter durch eine gute Übersicht über die bestehenden Kundendaten schnell und effektiv ins Unternehmen einbinden zu können.

CeBIT Recap 2012: Wirft die Cloud einen Schatten?

Cloud Computing war natürlich wieder das ganz große Thema auf der CeBIT 2012. Und das zu Recht. Aber von meinem Besuch auf dem Sage Stand habe ich einen ganz anderen Begriff mit zurück genommen:

Schatten IT

Ganz ehrlich: Bisher war mir dieser Ausdruck völlig unbekannt. Als Schatten IT bezeichnet man Geräte und Software, die von Mitarbeitern an der offiziellen IT-Struktur eines Unternehmens vorbei eingesetzt werden.

Im Stand-Gespräch erzählte mir Sage Pressesprecher Jörg Wassink von der aktuell veröffentlichten Sage Studie über zukünftige Arbeitswelten. Die Cloud ermöglicht uns ganz neue Arbeitsmodelle und wege produktiv zu sein: Auf Reisen, aus dem Home-Office oder aus dem Cafè. Wir haben überall Zugriff auf unsere Daten und sogar auf die Programme und Tools um sie zu bearbeiten.

Die Vorteile vom Arbeiten in der Wolke habe ich hier schon mehrfach heraus gestellt.

Doch nicht immer sind alle Tools und Services über die Firmen-IT zugänglich. So suchen sich Mitarbeiter andere Wege um bsw. Business Social Networks wie LinkedIn oder XING zur Kontaktpflege oder der Recherche von Ansprechpartnern zu nutzen. Hierzu kommen dann zum Beispiel private Smartphones oder Tablets zum Einsatz – teils über das Firmennetzwerk – teils über Mobilfunkverbindungen.

Diese inoffizielle Nutzung von Technologie an der IT-Abteilung vorbei nennt sich Schatten-IT.

Warum ich Ihnen davon erzähle?

Weil in der Sage Studie zur zukünftigen Arbeit, 28% der Teilnehmer auf die Frage “Nutzen Sie zur Arbeit auch Tools (Software, elektronische Geräte etc.), die von der IT Ihres Unternehmens nicht für den Arbeitseinsatz vorgesehen sind?” mit JA antworteten.

Das heißt, über ein Viertel aller befragten Arbeitnehmer fühlen sich mit den Tools ihres Unternehmens nicht ausreichend ausgestattet. Damit verliert der Begriff “Schatten IT” auch an Bedrohlichkeit:
Letztendlich drückt damit der moderne Arbeitnehmer seine Bereitschaft aus, mit zeitgemäßen Werkzeugen zu arbeiten. Zur Not auch ohne den offiziellen Segen der IT-Abteilung.

Im folgenden Video erläutert Sage Geschäftsführer Peter Dewald weitere Kernaussagen der Studie, die Sie unter diesem Link vollständig herunterladen können.

Ein Blick in die Zukunft von Kundendaten und CRM

Kennen Sie Prof. Dr. Kruse? Schauen Sie sich diese 3 Minuten Video bitte kurz an, in denen Herr Kruse einen Ausschuss des Deutschen Bundestages mit einer seiner Kernthesen “stresst”.

Einer These, die auch für alle, die im Bereich CRM und ERP arbeiten von höchster Relevanz ist:

Wir entwickeln uns von einem Anbieter-Markt zu einem Nachfrager Markt:

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Was bedeutet das für CRM?

Im folgenden Artikel bezieht sich das Magazin Read Write Web auf einen Aufsatz im Harvard Business Review von Doc Searls (US Journalist und Mit-Autor des Cluetrain Manifest), der eine Kunden-Revolte vorhersieht

“Customers naturally see this trend as a gross invasion of their privacy and are starting to resist providing accurate information–or any information at all. But the main reason for vendors to quit this practice is not that it’s bad manners. It’s that businesses soon will no longer own the data anyway–customers will. And when that happens, vendors will end up reaping greater benefits than they do now.”

Nun zum einen wird der Kunde unter Umständen zukünftig selbst bestimmen können, welche Daten wann und wo über ihn erhoben werden. Im ersten Moment klingt das für jeden Marketer nach einem mittleren Horrorszenario. Genauer betrachtet eröffnet eine solche “Machtübernahme” durch den Nachfrager aber ungeahnte Möglichkeiten wie Searls weiter ausführt:

“In this ‘intention economy,’ customers will determine the products they want, the prices they pay, and the terms of engagement they require. Those terms will include both permissions and restrictions regarding the use of their data.”

Das hieße, es ließen sich valide Vorhersagen darüber zu treffen, was der Kunde will
anstatt
Den Kunden davon überzeugen zu müssen, auf Vorrat produzierte Produkte abzunehmen.

 

Spielend CRM mit Gamification betreiben

Wenn Sie mich fragen ist Gamification (Wikipedia) viel mehr als nur ein Buzzword, sondern einer der wichtigsten Zukunfts-Trends der nächsten Dekade, der auch für den CRM-Einsatz interessant wird.

Gamification bedient sich Elementen und Mechaniken aus Spielen um damit die Motivation und die Aktionen des Spielers, Schülers, Autofahrers und eben Kunden oder sogar Mitarbeitern positiv in eine bestimmte Richtung zu leiten. Menschen haben in der Regel das Bedürfnis mit anderen Menschen zu interagieren, sich zu messen und zu vergleichen, mögen das Gefühl zu gewinnen oder einen Fortschritt zu erzielen und in kleinen Einzelschritten Ziele zu erreichen.
Vorab einige Beispiele:

Kinder werden in der Schule durch Spiel-Mechaniken wie Belohnung und aktives Rätsellösen, Fortschrittsanzeigen für den Lernerfolg oder Aufgabenstellungen, die mehr an Computerspiele als an klassische Lehrpläne erinnern, zum Lernen motiviert.

Armaturenbretter aktueller Autos erziehen Autofahrer durch spielerische Elemente ans Spritsparen, in dem Blätter an Bäumchen im Display wachsen, je umweltschonender der Fahrer unterwegs ist.

Werbeagenturen entwerfen statt Anzeigen und Spots ganze Spielwelten, in denen sich Kunden und Fans einer Marke austoben, eine Bindung zur Marke aufbauen und sogar mit Produkten interagieren können.

Wo nützt eine solche spielerische Herangehensweise nun im CRM?

Im Prinzip lassen sich in allen Phasen der unterschiedlichen Geschäftsprozesse Spiel-Mechanismen einsetzen: Sie können Aufmerksamkeit erzeugen und durch den Spieltrieb der Rezipienten multiplizieren, indem der Sinn des Spiel darin besteht, möglichst viele Freunde zu erreichen und Neuwerbungen im Spiel mit kleinen Incentives belohnt werden. In vielen Smartphone-Spielen erhalten die Spieler bsw. bestimme Beträge virtueller Währungen, die innerhalb des Spiels verwendet werden können, um die Spielfigur zu individualisieren oder neue Spiel-Level frei zu schalten.

Ausgebaut mit entsprechenden Mechanismen können Interesse aufgebaut und Interaktion ausgelöst werden, die zu weiteren Interaktionen führt. So wie man sich in klassischen Spielen Level für Level hocharbeitet, kann bsw. in einer Kundenbefragung zum Beantworten weiterer Fragenkomplexe mit dem Erreichen neuer Levels motiviert werden.

Überall da wo Interaktionen statt finden sollen, kann mit Gamification eine höhere Motivation der “Mit-Spieler” und damit größere Erfolge erzielt werden.

Weitere Beispiele, auf die ich in einem späteren Artikel eingehen werde sind:

  • Leads generieren und pflegen
  • Kundenbindung aufbauen
  • Service und Support in Kunden-Communities
  • Produktentwicklung und Innovation durch Kunden

bis hin zu

  • Mitarbeiterwerbung durch Kunden
  • Crossmarketing mit anderen Brands
  • ortsgebundenen Maßnahmen und Aktionen zur Kundenbindung

Und natürlich auch die Verbesserung von Software und Motivation von Mitarbeitern durch Spiel-Mechaniken.

Datenschutz zwischen CRM-System und Mitarbeiter

Eine der größten Hürden, die wir im Umgang mit CRM zu nehmen haben sind soweit vorhanden im Betrieb geltende Datenschutzrichtlinien und die hierdurch umgesetzten gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz. Diese sollen verhindern, dass Daten von Kunden missbraucht werden und dementsprechend dürfen wir Kundendaten meist auch erst nach ausdrücklicher Zustimmung durch den Kunden für werbliche Zwecke verwenden.

Verstöße können mitunter sehr teuer werden. Insbesondere im Endkundengeschäft können Bußgelder für Verstöße gegen datenschutzrechtliche Vorgaben verhängt werden. Verstöße gegen den wettbewerbsrechtlich vorgesehenen Grundsatz auf einzelnen Kommunikationswegen, insbesondere Email, nur bei vorheriger Einwilligung an den Endkunden mit werblichem Inhalt heranzutreten (die Opt-In Regelung) können zu Abmahnungen durch Wettbewerber, Wettbewerbszentralen oder Verbraucherschutzverbänden führen und so leicht zu Kosten in fünfstelliger Höhe führen.

Ein CRM System kann hier bereits eine große Hilfe darstellen:
Die erteilte Zustimmung ist letztlich meist ein Häkchen, dass auf einer Webseite gesetzt oder auf einer Drucksache angekreuzt wurde. Durch abteilungsübergreifende Datenstämme kann somit nicht nur jeder Mitarbeiter feststellen, ob ein Kunde seine Zustimmung zu Kontaktaufnahme bereits gegeben hat – bei entsprechender Datenpflege ist für den Mitarbeiter sogar ersichtlich, zu welchem Anlass und über welches Medium der Kunde zugestimmt hat. Durch eine solche Dokumentation der Zustimmung kann im Falle einer Kundenbeschwerde sehr leicht die Rechtmäßigkeit der Ansprache nachgewiesen werden. Die genauen Anforderungen an den Nachweis der Zustimmung unterliegen einem steten Wandel. Letztendlich lässt sich aber feststellen, dass ohne eine genau Protokollierung und Archivierung der Zustimmungen die Beweislage im Streitfall meist nicht gut für den Unternehmer aussieht.

Letztendlich ist neben einer gesunden Datenpflege und einem gut funktionierendem CRM System der wichtigste Faktor der Mensch! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Mitarbeiter es manchmal durchaus gut meinen, aber aus einer Kombination von fehlenden Informationen und Übereifer Maßnahmen ergreifen, die gegen bestehendes Recht verstoßen.

Dem lässt sich mit einfachen Maßnahmen entgegen wirken:

1. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig über die bei ihnen geltenden aktuellen Datenschutzrichtlinien oder soweit diese nicht bestehen die aktuelle Gesetzeslage und was das für ihre Arbeit mit Kundendaten bedeutet.

2. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter auf eine Vorgehensweise, bei der sie vor einer Kontaktaufnahme genau prüfen, ob der Kunde seine Zustimmung zur Kontaktaufnahme gegeben hat.

3. Sorgen Sie dafür, dass alle relevanten Daten schnell und einfach für die Mitarbeiter zugänglich sind.

4. Erstellen Sie für das Krisenmanagement einen exakten Prozessablauf, was im Falle einer Kundenbeschwerde oder Abmahnung zu tun ist.

5. Nehmen Sie neues und bestehendes Adressmaterial unter die Lupe. Woher stammt es? Könnten sich unter Umständen riskante Kontakte in den Datenbeständen befinden, bei denen die Herkunft und die Zustimmung unklar ist?

Die soeben beschriebenen Vorgehensweisen gelten für den Umgang mit Endkunden. Im B2B Bereich ist der Umgang mit Kundendaten (noch) etwas freier. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.
Dieser Beitrag soll ihnen einen kleinen Einblick in dieses Thema geben. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nicht geeignet fachkundigen Rechtsrat zu ersetzen.

Weiter geht’s nach kurzer organisatorischer Pause

Hallo liebe Leser hier auf dem Sage CRM Blog. Nachdem wir im November eine kleine organisatorische Pause eingelegt haben, geht es nun ab Dezember wieder weiter und in den Jahresendspurt.

Gerne können Sie uns Themenanregungen zusenden oder auch Gastpostings zu Ihren Best Practices oder Fachgthemen hier veröffentlichen.

Senden Sie uns Ihre Vorschläge einfach über unser Kontaktformular!

Konzentration auf profitable Kunden

Sicherlich ist Ihnen schon einmal der Begriff des Pareto Prinzips über den Weg gelaufen. Gerne auch 80:20- Regel genannt. Sie besagt u.a., dass 80% der Ergebnisse eines Vorhabens durch 20% der Arbeitszeit erreicht werden. Umgekehrt heisst das, das vier Fünftel der eingesetzten Zeit für den kleinsten Teil der Ergebnisse aufgewendet werden müssen.

Was hat diese Pareto-Verteilung aber mit Kundenpflege-Management zu tun? Ganz einfach: Meist wird ein großer Teil des Umsatzes mit einem kleinen Teil des gesamten Kundenstamms erwirtschaftet. Kennen Sie diesen profitablen Kundenkreis?

Mit CRM haben Sie die Möglichkeit, diese Kunden zu lokalisieren und ggf. noch besser zu umsorgen. Im nächsten Schritt analysieren Sie, warum diese Kunden für den meisten Umsatz verantwortlich sind und übertragen diese Erkenntnisse auf den restlichen Kundenstamm.

Übrigens ist neben der Betrachtung aus Umsatz-Perspektive noch eine andere Dimension interessant: Die aufgewendete Arbeitszeit in Relation zum Umsatz.
Wissen Sie, ob sich der zeitliche Einsatz bei allen Kunden immer lohnt? Auch bei der Analyse dieser Kennzahlen kann Ihnen CRM von Nutzen sein. Beispielsweise können danach Unternehmensprozesse definiert werden, nach denen die profitabelsten Kunden mit individualisierten Prozessen bedient werden und hocheffiziente Standardprozesse auf die weniger profitablen Kunden angewendet werden. Immer mit dem Potenzial im Augenwinkel, den Profit an dieser zweiten Kundengruppe zu steigern.

Weder Zeit noch Geld können dieser Tage verschenkt werden. Je besser die Informationslage über die vorhandenen Kunden, desto zielgerichteter können Marketing-, Vertriebs- und Service-Prozesse angepasst werden.